Unsere Geschichte - Made in Norddeutschland

Rügenwalder Mühle - Mit der Teewurst an die Spitze

Mittwoch, 29. November 2017, 21:00 bis 21:45 Uhr
Donnerstag, 30. November 2017, 06:35 bis 07:20 Uhr

Szene aus Unsere Geschichte Made in Norddeutschland: die Rügenwalder Mühle.

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"Wenn wir uns nicht immer geändert hätten, gäbe es uns so lange nicht", davon ist Christian Rauffus überzeugt. Er sitzt im Aufsichtsrat des Familienunternehmens Rügenwalder Mühle, das seit 183 Jahren existiert und seinen Standort heute im niedersächsischen Bad Zwischenahn hat.

Der Ursprung liegt in Pommern

Benannt ist das Unternehmen nach der alten Hansestadt Rügenwalde in Pommern, die heute zu Polen gehört und Darlowo heißt. Dort gründet Carl Müller 1834 die gleichnamige Metzgerei. In dem Geschäft in der Langestraße direkt hinter dem Marktplatz verkaufen die Müllers Fleisch- und Wurstwaren, darunter Gänsebrust, pommersche Leberwurst und grobe Teewurst. Ihr Können und Wissen geben sie von einer Generation an die nächste weiter.

Die Erfindung der Teewurst

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Der Ursprung des Unternehmens liegt in der Fleischerei Carl Müller in Rügenwalde.

Ein Produkt, für das das Unternehmen noch heute bekannt ist und das einen großen Anteil am wirtschaftlichen Erfolg hat, ist die feine Teewurst. Die Wurstspezialität aus Hackfleisch mit Speck wird 1904 erstmals hergestellt. Ihre Entstehung war allerdings nicht geplant, sondern ist einem Missgeschick bei der Herstellung der groben Teewurst zu verdanken. "Irgendwann hat einer am Cutter nicht aufgepasst und er ist zu lange gelaufen", weiß Christian Rauffus. Das Ergebnis fanden die Metzger aber interessant, sie würzten die feine Wurst nur anders als die grobe, unter anderem mit Paprika und Rum. Unter der geschützten Bezeichnung Rügenwalder Teewurst wird die neue Kreation in den folgenden Jahren in ganz Deutschland bekannt. Die Rügenwalder verpacken sie mit Holzwolle in Kisten und verschicken sie an Feinkostgeschäfte im ganzen Land.

Woher kommt der Name Teewurst?

Der Name Teewurst hat nichts mit den Zutaten zu tun - die Wurst enthält keinen Tee - , sondern mit den Essgewohnheiten in Pommern, wo sie herkommt. Dort wurde früher ähnlich viel Tee getrunken wie in Ostfriesland und die Wurst wurde dazu gegessen.

Von Pommern ins Ammerland

Während des Zweiten Weltkrieges liegt die Teewurstproduktion auf Eis, die Metzger müssen Konserven herstellen für die U-Boot-Flotte und fürs Heer. Im Frühjahr 1945 fliehen Carl Wilhelm Müller, seine Frau Charlotte und Tochter Ruth vor der heranrückenden Roten Armee aus Rügenwalde. Eine neue Heimat finden sie in Niedersachsen - in Westerstede im Ammerland. Dort bauen sie sich langsam eine neue Existenz auf, zunächst mit einer Fleischerei. Später entsteht, getragen vom Wirtschaftswunder, eine Fleischfabrik in Bad Zwischenahn. Aus dem Handwerksbetrieb wird ein mittelständisches Unternehmen und eine industrielle Wurstfabrik.

Erfolg mit vegetarischen Produkten

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Lebensmitteltechnologin Katrin Koziol und ihr Kollege entwickeln neue vegetarische Produkte.

Rund 575 Mitarbeiter arbeiten heute bei der Rügenwalder Mühle, seit 1991 in einer neuen Fabrik am Rande von Bad Zwischenahn. In der Versuchsküche werden seit einigen Jahren auch vegetarische Produkte entwickelt. Am Anfang hagelte es dafür Spott und Ablehnung aus der Fleischbranche. Mittlerweile macht das Unternehmen 25 Prozent Umsatz mit vegetarischen Produkten.

Die Rügenwalder Teewurst gibt es aber weiterhin - gute 6.000 Tonnen produziert die Rügenwalder Mühle im Jahr.  Hergestellt wird die Wurst fast noch so wie vor mehr als hundert Jahren. Nur enthält sie heute keinen Rum mehr und weniger Fett.

Produktionsleiter/in
Tim Carlberg
Regie
Heinrich Billstein
Autor/in
Heinrich Billstein
Redaktion
Silvia Gutmann