Stand: 01.10.2013 18:41 Uhr

Studie der Otto-Brenner-Stiftung bescheinigt NDR Fernsehen hohen journalistischen Programmanteil

Der NDR weist mit Nachdruck die Darstellung zurück, das NDR Fernsehen vernachlässige seinen Informationsauftrag und unterliege einer "Boulevardisierung". Dies war in Medienberichten behauptet worden, die eine Untersuchung zur Programmstruktur des NDR Fernsehens und des SWR Fernsehens angekündigt hatten. Die Studie wurde am Dienstag (1. Oktober) von der Otto-Brenner-Stiftung veröffentlicht. Eva Holtmannspötter, Leiterin der NDR Medienforschung: "Die Studie selbst zeichnet ein anderes Bild. Sie bescheinigt dem NDR Fernsehen einen mit mehr als 17 Stunden täglich sehr hohen Anteil an 'fernsehpublizistischen, also im weitesten Sinne journalistischen Sendungen‘. Für RTL kommt die Studie auf nur sechs Stunden. Unter 'Sach- und Ratgeberthemen‘ fasst die Untersuchung offenbar sehr viele Sendungen und Beiträge, darunter auch aus Kultur und Gesellschaft. Daraus abzuleiten, das Programm entwickle sich zum 'Ratgeber-TV‘, ist unzulässig und wird von den Verfassern der Studie auch gar nicht behauptet."

Die Studie sieht bei der Thematisierung kontroverser Themen einen deutlichen Vorsprung der öffentlich-rechtlichen Programme vor den Privaten. Das NDR Fernsehen liegt dabei etwa in der Größenordnung des ZDF; es lege einen "Schwerpunkt auf Politikberichterstattung im engeren Sinne, also auf Themen, die nicht nur gesellschaftlich umstritten, sondern auch im politischen System 'angekommen‘ sind und auf der Agenda von Politikern, Parteien und politischen Entscheidungsinstanzen stehen", wie es in der Untersuchung heißt.

Weil es programmwirtschaftlich geboten ist, wiederholt das NDR Fernsehen Sendungen zu zuschauerschwachen Zeiten, etwa in den Nachtstunden. Eva Holtmannspötter: "Manche dieser Sendungen sind zudem für die meisten Zuschauer gar keine Wiederholungen. Am Vormittag zeigt das NDR Fernsehen alle Regionalmagazine, die am Vorabend jeweils nur für einen Teil des Sendegebiets ausgestrahlt wurden." Irritiert zeigt sich die NDR Medienforscherin über die Verwendung der Kategorie 'human touch‘ in der Studie. "Diese Kategorie ist hier ungewöhnlich breit gefasst und hat zudem einen negativen Unterton. Im Ergebnis führt dies dazu, dass auch die Berichterstattung über große Katastrophen und damit Beiträge aus der Sendung 'Weltbilder‘ unter 'human touch‘ auftauchen."

Die große Mehrheit der Menschen im Norden hat offensichtlich keinen Zweifel an der starken Informationskompetenz des NDR Fernsehens. Sie bescheinigen dem Programm in der repräsentativen Umfrage "NDR FernsehTrend" (rund 3000 Befragte), es sei informativ (88 Prozent). Ähnlich hohe Werte (zwischen 87 und 91 Prozent) gibt es für die Eigenschaften aktuell, verständlich, im Norden präsent und sachlich. Für Nachrichten und regionale Informationen vergeben die Befragten Bestnoten.

Der NDR wies erneut darauf hin, dass das NDR Fernsehen seine regionale Kompetenz in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut hat. So laufen zwischen 18 und 20 Uhr ausschließlich aktuelle Informationsprogramme und Reportagen. In der Primetime von 20 bis 22 Uhr sendet das NDR Fernsehen ebenfalls täglich (außer sonnabends) Informationsprogramme und Dokumentationen. Mit seinen Nachrichtensendungen bietet das NDR Fernsehen eine Nachrichtendichte im Programm, die ihresgleichen sucht. Vor zwei Jahren hatte das NDR Fernsehen mit der neuen werktäglichen Sendung "NDR aktuell" um 21.45 Uhr sein regionales Nachrichtenangebot in der späten Primetime deutlich erweitert. Regionalmagazine machen beim NDR Fernsehen rund 19 Prozent des Gesamtangebotes aus. Weitere 20 Prozent entfallen auf Reportagen und Dokumentationen.

Zu Aushängeschildern des investigativen Journalismus zählen u. a. die Magazine "Panorama 3" und "Panorama die Reporter" (Sendetermine dienstags 21.15 Uhr). Die "Reportage" am Freitag ist eine weitere prominent platzierte journalistische Programm-Marke in der Primetime (21.15 Uhr). Für profilierten Journalismus steht ebenfalls die Dokumentationsleiste "45 Min" montags um 22 Uhr. Wichtige Säulen der Berichterstattung sind z. B. auch "Zapp", "Weltbilder" und "Kulturjournal".

1. Oktober 2013 / MG

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