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Der Schauspieler Johannes Steck ist am Mittwoch zu Gast bei NDR 90,3.
Als Johannes Steck 1966 in Würzburg zur Welt kam, hieß der Bundeskanzler Ludwig Erhard, und im Wembley-Stadion wurde die Fußball-WM mit einem Tor entschieden, das gar keins war. – Von einer Ausbildung zum Theatermaler versprach er sich sehr viel, doch nach vier Jahren wechselte er ins Schauspielfach. In Wien lernte er an der Schauspielschule Professor Helmuth Krauss unter anderem bei Traute Aumüller, Dietrich Hollinderbäumer und Michael Habeck. Zunächst wurde Johannes Steck in verschiedenen Wiener Theatern engagiert, anschließend ging er nach Chemnitz, schließlich ans Stadttheater seiner Geburtsstadt und an das Staatstheater Darmstadt.
Nur mit der Stimme zu arbeiten, ist eine komplett andere Herausforderung, als allabendlich festangestellt auf der Bühne zu stehen. Johannes Steck aber hatte Feuer gefangen und entschied sich für den sogenannten freien Markt. Er begann mit Fernseh-Werbung. "In der Kürze liegt die Würze", schreibt er auf seiner Website, "stimmt gerade für einen 30Sekünder wie die Faust aufs Auge. Die Situation muss sofort erfassbar sein. Der Charakter glasklar vor einem stehen. Die Stimme muss den Hörer eingefangen haben, bevor der auch nur das Hirn einschalten kann." Außer für eine Fastfood-Kette, mehrere Autofirmen, die Lufthansa sowie einige Unternehmen, die uns gehobenen Luxus ans Herz legen, hat Johannes Steck auch Trailer und Dokumentationen für das ZDF und 3sat gesprochen. "Das Tolle bei Features und Dokumentation ist, dass ich selbst hierbei eine Menge lerne und auch noch dafür bezahlt werde. In der Fernsehdoku muss ich mich mehr zurückhalten als Sprecher, die Bilder sprechen quasi für sich. Aber gerade die Reduktion ist spannend." (www.johannes-steck.tv)
Ende der 1990er-Jahre begann das Fernsehen sich zunehmend für ihn zu interessieren. Es begann mit Episodenrollen für RTL, unter anderem in "Balko" und "Die Wache"; für das ZDF spielte er in verschiedenen "SOKO"-Folgen, aber unter anderem auch im "Forsthaus Falkenau" hatte Johannes Steck einen Auftritt. 2002 wurde er als chirurgische Fachkraft für die Erfolgsserie "In aller Freundschaft" engagiert. Der dritte Dr. Achim Kreutzer scheute beinahe fünf Jahre lang auch vor größeren Schnitten nicht zurück, hängte Ende 2006 seinen grünen Arztkittel aber für immer an den Nagel. Für immer? Es gab einen Rückfall in zwei Folgen ein Jahr später. Die Doktorspiele endeten für ihn endgültig 2007. Johannes Steck ist seitdem ein überaus seltener Gast im deutschen Fernsehen. Sein Feld sind jetzt vor allem Hörbücher.
1998 legte Johannes Steck einen bemerkenswerten Grundstein für seine Tätigkeit als Hörspiel- und Hörbuchsprecher, zugleich aber auch als Produzent und Regisseur: Für den Bayerischen Rundfunk schrieb er ein Hörspiel mit 30 Sprechern in 50 Rollen. Titel: "Long John Silver", der Pirat aus Robert Louis Stevensons Romanklassiker "Die Schatzinsel". Er produzierte das Stück, führte Regie und lieh dem jungen Silver seine markante Stimme.
Inzwischen hat er sich mit Frau und Kindern in Seefeld bei München eingerichtet - mit eigenem Studio, das auch von anderen Sprechern und Verlagen gern gebucht wird. Johannes Steck wird bevorzugt als Sprecher für Krimis, besonders die blutrünstigen Psychothriller gebucht. So hat er unter anderem alle Titel von Simon Beckett eingelesen. Für "Kalte Asche" bekam er dafür 2012 eine Goldene Schallplatte. Ebenso gern spricht er den historischen Ermittler Fandorin, der im Mittelpunkt der Bücher von Boris Akunin steht; ebenfalls sehr erfolgreich: Martin Walkers französisch geprägte Krimis um Bruno, Chef de police. Er hat noch zwei weitere Goldene Schallplatten bekommen: für "Chemie des Todes", ebenfalls ein Titel von Simon Beckett, und für die Lesung von Ken Folletts "Sturz der Titanen".
Eine seiner letzten Produktionen ist, gemeinsam mit Carin C. Tietze und Stefan Wilkening, die ungekürzte Lesung von David Mitchells Roman "Der Wolkenatlas".
Johannes Steck ist am 15. Mai zu Gast bei Friedel Bott.
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