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Peter Lohmeyer ist nicht erst seit seiner Hauptrolle in dem Spielfilm "Das Wunder von Bern" einer der renommiertesten deutschen Schauspieler.
Peter Lohmeyer (Jahrgang 1962) ist der Hamburger aus dem Sauerland. Schulen hat er in Hagen, Stuttgart und Dortmund besucht. Kurz vor dem Abitur verließ er das Gymnasium, um Schauspieler zu werden. Seine Ausbildung erhielt er von 1982 bis 1984 in Bochum, aber auch die beendete er ohne Abschluss. Was seiner Karriere allerdings nicht im Wege stand: Gleich zu Beginn verpflichtete ihn Claus Peymann am Bochumer Schauspielhaus; es folgten Engagements in Stuttgart, Wien, Düsseldorf und Berlin. Parallel erhielt er Rollen im Fernsehen. Seine ersten Erfolge im Kino waren Filme, bei denen Dominik Graf Regie führte: "Tiger, Löwe, Panther" (1988) und "Spieler" (1989), in dem er (auch wegen einer extrem starken Brille) John Lennon zum Verwechseln ähnlich sieht; übrigens ein starker Film, der es verdiente, bekannter zu sein.
Als Peter Lohmeyer fast 20 Jahre später den Filmpreis der Stadt Hof bekam, hielt Dominik Graf, mit dem er sehr häufig zusammengearbeitet hat, die Laudatio; darin hieß es unter anderem: Er konnte "immer das eine wie das andere, leise oder laut, Schminke oder Naturalismus - man musste nur klar miteinander vereinbaren, wo der Zug hingehen sollte. Bei vielen Rollen hatte ich das Gefühl, dass er eine Brücke schlug zwischen der Freude des Schauspieler-Karnevals und der modernen Understatement-Schauspielerei. Immer schon hat er einen herausragenden Körpereinsatz, seinen Gang, in den Actionszenen seine großartigen Nehmerqualitäten, seine Mimik, seine Gestik - und beim Tanzen war er natürlich sowieso einmalig."
Es folgten mehrere Krimiserien, in denen Peter Lohmeyer auffiel: "Tatort", "Bella Block", "Die Männer vom K3" und - in 22 Folgen - "Die Straßen von Berlin" (1995 - 1998). In diese Zeit fallen auch zwei Filme, die auf Kuba entstanden (1997, 2000). In "Hacerse el Sueco" spielte er einen deutschen Ganoven, der sich als schwedischer Professor ausgibt. Spanisch spricht er seitdem, nach eigenen Angaben, "ordentlich" - mit kubanischem Akzent. In "Zugvögel ... Einmal nach Inari" (1997), einem bemerkenswerten Film, der von Aki Kaurismäki stammen könnte, gibt Lohmeyer erneut den Kommissar: Er verfolgt einen des Mordes verdächtigen Lastwagenfahrer, gespielt von Joachim Król, der sein Leben mit dem Studium von Kursbüchern verbringt. Im finnischen Inari findet der "1. Internationale Fahrplan-Wettbewerb" statt. Für diese Nebenrolle erhielt er den Bundesfilmpreis.
In "Wolfsfährte", einem Bestseller des schottischen Autors Craig Russell, ist Peter Lohmeyer der Hamburger Ermittler Jan Fabel. Aus derselben Reihe abgedreht ist "Blutadler" - demnächst ebenfalls zu sehen in der ARD.
"Das Deutschland der Fünfziger kam mir unglaublich leer vor. (…) Mein Bild der Fünfziger war schwarz-weiß. Nun ist ein Farbfilm daraus geworden." ("Die Welt") - Das war eine der Reaktionen von Peter Lohmeyer, nachdem Sönke Wortmanns "Das Wunder von Bern" 2003 in die Kinos kam. Schon bei der Rohschnittfassung, die im Kanzleramt vorgeführt wurde, hatte Gerhard Schröder drei Mal geweint, wie der Regisseur dem "Spiegel" verriet. Der fast schon legendäre Spielfilm schildert den Konflikt zwischen dem Spätheimkehrer und seinem jüngsten Sohn, für den Helmut Rahn, der Schütze des Siegtores beim WM-Endspiel in Bern, zum Ersatzvater geworden ist. In der Hauptrolle - neben Peter Lohmeyer - sein Sohn aus dem wirklichen Leben: Louis Klamroth, der inzwischen Politik in Amsterdam studiert. "Das Wunder von Bern" ist ein Dutzend Mal ausgezeichnet oder zumindest nominiert worden.
In dem wunderbaren Spielfilm "Nie mehr zweite Liga" spielt Peter Lohmeyer - gemeinsam mit Dietmar Bär - einen Borussia-Dortmund-Fan, der auch noch mehrfach das BVB-Trikot tragen muss. Dabei ist für Peter Lohmeyer Dortmund doch nur der "Ort bei Lüdenscheid". Seit seiner Kindheit ist er nämlich glühender Fan von Schalke 04 und ist mit blau-weißem Schal oft im Gelsenkirchener Stadion anzutreffen. Niederlagen des Teams - und nicht nur die gegen den Erzfeind - nimmt er persönlich: "Eine Niederlage von Schalke ist, wie wenn du von einer miesen Party kommst. Du bist schlecht drauf, weil du keine abgekriegt oder schlecht getanzt hast." ("Die Welt")
Peter Lohmeyer hat inzwischen mehr als 80 Filme gedreht - mit einem einfachen Prinzip, wie er der "Welt" 2001 gesagt hat: "Es kommt für mich vor allem darauf an, wer an den Projekten mitarbeitet. Ich wehre mich überhaupt nicht gegen deutsche Projekte oder Fernsehproduktionen. Ich wehre mich nur gegen Scheiße. Das will ich nicht mehr machen." Was Lohmeyer in Interviews ausspart - und zwar komplett -, ist sein Privatleben. Bekannt ist lediglich, dass er aus zwei Beziehungen vier Kinder hat, und dass er seit 2008 mit Sarah Wiener, die unter anderem als TV-Köchin bekannt wurde, verheiratet ist. Ob sich seine Lieblingsspeisen - "Rindsrouladen" beziehungsweise "Pommes rot-weiß" seitdem verändert haben, konnte noch nicht ermittelt werden.
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