In der Zugspitzarena: Langlauf statt Abfahrt

von Markus Lobsien

Die Alpen im Winter erleben die meisten skiverrückten Hamburger beim Abfahrtslauf. Doch wer irgendwann genug hat von Anstehen im Lift, teuren Skipässen und überfüllten Hütten, schaut sich nach Alternativen um. Winterwandern und Schneeschuhgehen sind zwei Möglichkeiten, viele bevorzugen aber den Skilanglauf. Der größte Unterschied zum Abfahrtslauf: Die Skier sind nur halb so breit wie moderne Carving-Ski. Die Bindung ist außerdem nicht an der Ferse fixiert, die Schuhe ähneln Sportschuhen und sind dadurch nicht solche schweren "Klötze am Bein". Das hat Vorteile, aber auch Nachteile. Denn die offene Bindung ist durchaus gewöhnungsbedürftig.

Wichtig ist aber vor allem, die Balance zu halten. Menschen, die Inline-Skating oder Schlittschuhlaufen beherrschen, sind im Vorteil, da der Laufstil ähnlich ist. Alle anderen sollten sich nicht zu sehr auf die Stöcke verlassen, sondern sich durch Balanceübungen einen sicheren Stand verschaffen. Einfach so von den Alpinskiern auf die Langlaufbretter zu wechseln - das geht zwar, birgt aber Verletzungsgefahr.

Gute Investition: ein Skilehrer

Sinnvoller ist es, sich als Neuling einem Skilehrer anzuvertrauen. Ein bis zwei Tage sollte man dabei für die Grundtechniken einplanen. Und immer wieder: die Balance schulen! Im Einzelunterricht kostet ein solcher Lehrer in Lermoos an der Zugspitze ungefähr 65 Euro pro Stunde, Gruppen sollten für einen Halbtageskurs zwischen 30 und 50 Euro einplanen. Unter guten Langläufern setzt sich zudem in letzter Zeit in den Alpen ein neuer Trend durch: Sie verbinden Tageskurse mit Biathlon, also dem sportlichen Gewehrschießen.

Die Zugspitzarena mit den Orten Ehrwald, Lermoos, Berwang, Bichlbach, Biberwier, Heiterwang am See, Lähn-Wengle und Namlos hat ein umfangreiches Angebot an Loipen. Beim Golfclub befindet sich eine beschneite Rundlaufloipe von 2,3 Kilometern Länge mit angeschlossener Gastronomie. Der Blick auf die Zugspitze ist hier bei gutem Wetter besonders imposant.

Schöne Strecken auch für fortgeschrittene Langläufer

Das Gelände ist relativ flach. Anspruchsvoller sind da schon die Hochloipen, die mit zehn Kilometern Länge auf die Almen führen und zahlreiche Steigungen bieten. Für Ausdauernde empfiehlt sich bei guten Schneeverhältnissen die 22 Kilometer lange Zugspitzarena-Loipe von Ehrwald bis Heiterwand quer durchs Tal. In der Region pendeln kostenlos Skibusse und die von Garmisch-Patenkirchen kommende Regionalbahn. Sie darf mit Gästekarten kostenfrei genutzt werden.

Die Anreise in das Zugspitzen-Gebiet mit dem Auto sollte über die BAB 95 via München und Garmisch-Partenkirchen erfolgen. Per Flugzeug ist die Gegend am besten über Innsbruck erreichbar, das liegt ungefähr 75 Kilometer entfernt. Mit dem Zug gibt es ab Garmisch-Partenkirchen Regionalverbindungen bis direkt ins Skigebiet hinein. Zurzeit gibt es reichlich Schnee in der Gegend, schon im Tal um die 80 Zentimeter, auf den Bergen mehr als doppelt so viel.

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