Das weiße Gold von Mallorca
Reinhard Spiegelhauer war für Reise! Reise! auf den Spuren der Schneesammler unterwegs.
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Der schneebedeckte Puig de Massanella in der Serra de Tramuntana auf Mallorca.
Mallorca gilt ja neben Sylt als eine der "Hausinseln" der Hamburger - die Baleareninsel liegt auch nur zwei Flugstunden von uns entfernt. Vielen Hamburgern dient sie als Winterexil, bei aktuellen Temperaturen um 12 Grad Celsius ja auch eine durchaus attraktive Vorstellung.
Aber es gibt noch vieles auf der Insel, was auch Sie vielleicht noch nicht gewusst haben: zum Beispiel, dass Schneesammler 500 Jahre lang im Winter ins Gebirge im Norden Mallorcas geklettert sind. Denn im rauen Norden liegt die Gebirgskette Tramuntana, die stellenweise bis zu 1.450 Meter hoch ist. Zehn Gipfel sind über 1.000 Meter hoch, der höchste heißt Puig Major. Die Kette verläuft vom Norden bis in den Westen Mallorcas. Massentourismus gibt es hier nicht. Seit 2011 ist die Tramuntana UNESCO-Weltkulturerbe.
In den Höhenzügen standen über 500 Jahre lang die Cases de Neu der Mallorquiner, also die Schneehäuser. In diesen Häusern sammelten sie im Winter große Mengen Schnee, pressten ihn mit ihrem Körpergewicht zu Blöcken und schafften die kühlende Fracht dann mit Mauleseln hinunter in die Dörfer und Städte. Dort entstand aus dem Schnee unter anderem Speiseeis, hauptsächlich wurde er aber zum Kühlen von Fisch und anderen Lebensmitteln verwendet. Bis 1927 wurden sie noch genutzt, danach zerfielen die Steinbauten, denn Kühlschränke machten sie überflüssig. Heute sind nur noch Ruinen der Häuser erhalten. Es existieren noch 46 von ihnen, viele davon am Fernwanderweg GR 221.
Der auf 1.142 Meter gelegene Gebirgspass Coll de ses Cases de Neu ist nach den Schneehäusern benannt. Eine Wanderung hier empfiehlt sich aber erst wieder ab April, solange kann es im Tramuntanagebirge immer mal wieder Schnee geben, während an den Küsten schon die Mandelblüte in voller Pracht steht.
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