Das Wiener Bestattungsmuseum
Im Wiener Bestattungsmuseum erweckt Wittigo Keller die Geschichte des Todes zum Leben.
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Weniges ist so ritualisiert wie der Umgang mit dem Tod. Das Museum gibt einen Einblick in die Wiener Bestattungsgeschichte.
Wien im November - das ist für viele die beste Jahreszeit für einen Besuch. Es sind weniger Tagestouristen in der Stadt unterwegs als im Sommer, der Braune im Kaffeehaus wärmt und irgendwie ist auch alles ein wenig morbide, fast wie in Venedig. Es gibt sogar eine eine Verbindung zwischen Urlaub und Friedhof: das Bestattungsmuseum Wien. Dies wird von Wittigo Keller geführt, er baute Ende der 1980er-Jahre das Museum auf und landete einen Volltreffer. Heute kommen Gäste aus aller Welt.
Die Wiener haben eine besondere Verbindung zum Ableben: Eine "schöne Leich" soll es sein, das war schon bei Kaisers so, und ein pompöser Trauerzug brachte auch im Februar 1998 Hans Hölzel alias Falco in sein Grab. Auf dem Sarg des Sängers lag ein Hermelinmantel, wie bei einem König. Den Leichenwagen eskortierten sonnenbebrillte Rocker. Tausende verabschiedeten sich so von dem Sänger.
Im Museum ist auch dies dokumentiert, darüber hinaus zahlreiche Kuriositäten. So wurden lange an die Leichen auf dem Zentralfriedhof Schnüre gebunden. Beim Pförtner und Nachtwächter lösten sie einen Alarm aus, wenn sich im Sarg etwas bewegt hatte - so sollten Scheintote eine Chance haben, wieder an die Erdoberfläche zu kommen. Geklingelt hat es ständig bei der Wache, meist aber wegen Verpuffungen oder Erdrutschen, die die Schnur anstießen. So wurde diese Glocke samt Schnur wieder abgeschafft, ersetzt durch einen Herzstich "auf Nummer sicher" bei den Leichen. Mehr als 1.000 Exponate zeigt das Museum, vom Inserat für beste Sicht auf Trauerzüge bis hin zum Leichenwagen.
Das Museum öffnet sehr unregelmäßig und nur nach einem vorherigen Anruf beim Betreiber Wittigo Keller. Meist sind Gäste werktags zwischen 12 und 15 Uhr willkommen, immer aber im Rahmen einer Führung. Der Eintrittspreis liegt bei 4,50 Euro für Erwachsene.
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