Treffpunkt Hamburg: Gartentipps für den September

von Andreas Wolf
Botanik © picture-alliance / OKAPIA KG, Ge Fotograf: Eberhard Morell/OKAPIA Gehölze wie Rhododendren können jetzt versetzt werden.

Im September kündigt sich der Herbst an. Viele Gehölze haben ihr Wachstum eingestellt. Immergrüne Pflanzen wie Rhododendron, Lavendelheide oder Stechpalme (Ilex) sowie Koniferen können nun versetzt werden. Die Zeit bis zu den Frösten ist noch lang genug, um viele Wurzelhaare zu bilden. Diese feinen Wurzeln sind entscheidend für ein gutes Anwachsen, denn sie nehmen Wasser und Nährstoffe auf. Starke Wurzeln haben dagegen eher statische Aufgaben. Belassen Sie deshalb so viel feines Wurzelwerk an der Pflanze wie möglich.

Jetzt für das Frühjahr vorsorgen

Die Verpflanzung im Herbst hat den großen Vorteil, dass die Gehölze bis zum Frühjahr schon eingewurzelt sind und somit deutlich stärker wachsen. Bei den sommergrünen Exemplaren ist bis zum Laubfall zu warten. Das Pflanzloch am neuen Standort wird in doppelter Ballengröße ausgehoben. Unrat und Steine werden entfernt und der Aushub mit gut zersetztem Kompost und Hornspänen gemischt. Umgesetzte Pflanzen werden am besten eingeschlämmt, das heißt sie werden so reichlich gewässert, dass alle Wurzeln von Schlamm umgeben sind. Ein Gießrand verhindert, dass das Wasser auf der Oberfläche abläuft. Der Gießrand bleibt bis zum Herbst im nächsten Jahr. Erst dann ist die Pflanze zuverlässig angewachsen und der Gießrand kann weggeharkt werden. Geben Sie niemals Blaukorn ins Pflanzloch! Das Salz schädigt die Wurzeln.

Rote Rose  Fotograf: Rolf Jürgens, Schöppenstedt Detailansicht des Bildes Frühzeitiges Düngen mit Hornspänen und Steinmehl hilft bei Rosen gegen Pilzbefall. Rosen verlieren ihre Blätter oft vorzeitig. Auf den Blättern sind schwarze oder rostrote Flecken. Diese Pilze lassen sich nur vorbeugend bekämpfen, denn Ursache ist ein Mangel an Wasser und Nährstoffen. Die Düngung mit Hornspänen und Steinmehl sowie ausgiebiges Wässern sind hier die angemessenen Maßnahmen.

Weichen für das Wachstum stellen

Jetzt können Zwiebeln und Knollen gesetzt werden. Sie sind in vielen Sorten im Handel. Auch hier ist die richtige Standortwahl entscheidend. Achten Sie hauptsächlich auf den Lichtbedarf, denn die Helligkeit können wir nach dem Einpflanzen kaum noch beeinflussen, während wir die beiden anderen Lebensfaktoren Wasser und Nährstoffe selbst in der Hand haben. Der Lichtbedarf wird auf dem Etikett durch einen Kreis symbolisiert. Ein weißer Kreis bedeutet volle Sonne. Ein schwarzer Kreis bedeutet Schatten. Bei Halbschatten wird der Kreis entsprechend durch einen schwarzen und einen weißen Halbkreis gebildet. Die Pflanzen danken die richtige Standortwahl mit problemlosem Wachstum und reichlicher Blüte. Die Zwiebel sollte soviel Erde über sich haben, wie ihr eigener Durchmesser beträgt. Als Faustregel gilt also: Pflanztiefe ist gleich doppelter Zwiebeldurchmesser. Nur die Kaiserkrone und die Steppenkerze weichen ab und werden auf 25 Zentimeter Tiefe gesetzt.

Der Rasen lässt im Wachstum weiter nach und kann jetzt eine Düngung mit einem Rasendünger gut vertragen. Auch die Neuansaat ist noch möglich. Die frischen Rasensämlinge sind jetzt nicht mehr so durch Trockenheit gefährdet wie im Sommer.

Abgeblühte Stauden lassen sich gut teilen. Die Wurzeln sollten dabei so wenig Schaden nehmen wie möglich. Ziehen Sie das Wurzelgeflecht mit den Händen vorsichtig auseinander und schneiden Sie so wenig wie möglich. Die Teilstücke setzen Sie so tief, dass die Triebspitzen kurz über der Erdoberfläche sind. Auch hier ist das Angießen entscheidend für den Erfolg.

Sparsame Schnitte zugunsten der Tierwelt

Grashüpfer im Lavendel in unserem Garten. Ein Bild von Ernst Fischer aus Ribnitz-Damgarten. © NDR Fotograf: Ernst Fischer, Ribnitz-Damgarten Detailansicht des Bildes Lavendelbeschnitt ist schon im September möglich. Lavendelblüten können jetzt noch abgeschnitten werden. Ebenso die Blüten des Schmetterlingsstrauchs und die der Hortensie. Der endgültige Schnitt sollte allerdings im Frühjahr erfolgen, da sonst Frostschäden die Pflanzen zerstören könnten. Ansonsten halten wir uns mit dem Schnitt noch bis Mitte Oktober zurück. Vögel und andere Tiere sind auf die Früchte und Samen der Pflanzen als Nahrungsquelle angewiesen.

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