Gartentipps des Monats
Gartenexperte Andreas Wolf gibt saisonale Tipps und beantwortet Hörerfragen.mehr
Herbstliche Blätter des Wilden Weins.
Der Herbst ist da. Die Gehölze haben ihr Wachstum abgeschlossen und bleiben bis zum Frühjahr in der Ruhephase. Aus den Blättern der sommergrünen Pflanzen entweicht das Chlorophyll. Es wird in Reservestoffe umgewandelt, die in der Wurzel und in der Rinde eingelagert werden. Rote und gelbe Farbstoffe verbleiben im Blatt und zaubern herrliche Herbstbilder. Empfehlenswerte Pflanzen mit beeindruckender Herbstfärbung sind: Japanischer Ahorn, Korkspindel, Wilder Wein, Amberbaum, Essigbaum, Kupferfelsenbirne und Perückenstrauch.
Jetzt können alle unempfindlichen Gehölze umgepflanzt werden. Nur die frostempfindlichen Exemplare sollten im Frühjahr gesetzt werden. Die Herbstpflanzung hat den großen Vorteil, dass die Gehölze schon eingewurzelt sind, wenn es im Frühjahr wieder losgeht.
Dadurch haben sie einen besseren Start und einen deutlichen Wachstumsvorsprung. Einzig die Gefahr des Frostschadens durch einen strengen Winter spricht gegen die Herbstpflanzung.
Bei Rosen ist die Veredelungsstelle drei bis fünf Zentimeter unter die Erde zu setzen. Die Veredelungsstelle ist der Knick zwischen Wurzel und Spross. Dann wird die Rose mit Lauberde angehäufelt. Wenn ein strenger Winter die Zweige absterben lässt, haben sie immer noch ein paar Reserveknospen in der Häufelung, die wieder austreiben können.
Alle Pflanzen müssen gut angegossen werden. Zwanzig Liter Wasser, das entspricht zwei großen Gießkannen, sind das Mindeste. Ein Gießrand verhindert, dass das Wasser wegläuft. Die Wurzelscheibe sollte durch Laub oder Kompost abgedeckt werden, damit der Boden vor Frost geschützt ist.
Generell sollte Laub dort, wo es nicht stört, liegenbleiben. Unter Hecken und Sträuchern ist es ein wirkungsvoller Frostschutz. Die Feuchtigkeit wird im Boden gehalten und die Bodenstruktur durch Humusbildung verbessert. Nicht zuletzt sind solche Laubansammlungen Winterquartiere für Igel, von denen einige auch als Schneckenvertilger nützlich sind. Rasenflächen müssen allerdings laubfrei gehalten werden, weil die Gräser unter dem Laub verfaulen.
Ab dem 1. Oktober dürfen wieder Bäume gefällt werden. Ob ein Baum gefällt werden soll oder nicht, entscheidet man am besten am heißesten Tag des Jahres. Die kühlende Wirkung einer Baumkrone ist nicht zu unterschätzen. Bäume sind außerdem Sturmbrecher. Sie bremsen die Windgeschwindigkeit. Die Bedeutung für das Mikroklima im Garten kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Ein großer Baum kann nicht ersetzt werden. Selbst hundert Jungpflanzen haben nicht die Blattmasse eines großen Baumes. Erscheint ein Baum nicht mehr sicher, lässt sich von einer Fachfirma ein Baumgutachten erstellen. Große Wunden, Pilzbefall, Hohlräume oder Erdbewegungen im Wurzelbereich sind Alarmzeichen. Es ist zu bedenken, dass Fällarbeiten ein hohes Risiko darstellen. Das Fällen von Bäumen sollte nur von Fachleuten durchgeführt werden. Die entsprechenden Firmen finden Sie im Branchenverzeichnis unter "Baumpflege". Die Firma sollte versichert und fachgerecht ausgerüstet sein. Profis erkennen Sie an Sicherheitsschuhen, Schnittschutzhosen und Schutzhelmen.
Wie gelingt der Gehölzbeschnitt am besten? Wann sollten welche Pflanzen ausgesäht werden? Was muss bei Balkonkästen beachtet werden? Einmal im Monat gibt Gartenexperte Andreas Wolf bei NDR 90,3 saisonale Tipps für das heimische Gärtnern und beantwortet Hörerfragen.