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Für den Schnitt einen frostfreien Tag abwarten.
Im Januar ist der Garten in absoluter Ruhe. Dieser Monat wird von den Profigärtnern gern genutzt, um Bäume und Sträucher zu schneiden. Der Schnitt erfolgt an einem frostfreien Tag, denn gefrorene Schnittstellen splittern leicht und erschweren so die Verheilung. Nur harte Gehölze kommen für den Schnitt in dieser Zeit in Frage. Zu ihnen gehören die Wildsträucher wie Haselnuss, Holunder, Weide oder Schlehe. Auch die Decksträucher wie Forsythie, Deutzie, Falscher Jasmin, Weigelie oder Zierjohannisbeere lassen sich jetzt zurücknehmen. Diese Pflanzen können sogar auf den Stock gesetzt werden, das heißt, der Schnitt erfolgt 30 cm über dem Boden. Eleganter ist der selektive Schnitt. Nur die ein bis zwei stärksten Triebe werden erdnah gekürzt, die schwächeren Triebe im oberen Bereich kurz über einer Abzweigung geschnitten. So wird der Strauch ausgelichtet und verjüngt, ohne dass die Erscheinung leidet.
Auch Äpfel, Pflaumen und Zwetschen vertragen im Winter einen Schnitt, aber mäßig. Rot- oder Grünfärbungen des Stammes und der Äste werden durch Flechten und Moose verursacht und sind kein Grund zur Besorgnis. Das Grundgerüst aus Stamm und Hauptästen wird nur angetastet, wenn die Äste tot, krank (Pilzbefall, Wucherungen) oder bruchgefährdet sind. Es sollte über die Jahre die Form eines offenen Trichters annehmen. Nur ein Fünftel bis maximal ein Drittel der Krone ist zu entfernen. Die geschnittenen Äste sind höchstens so dick wie ein Arm. Zu kürzen ist, was sich kreuzt, parallel oder ins Kroneninnere wächst. Hier erfolgt der Schnitt immer kurz über einer Abzweigung, die möglichst flach nach außen wächst.
Ebenso sind Wasserschosse zu entfernen. Das sind die Triebe, die wie eine Rakete in den Himmel ragen. Hier schneiden wir kurz über dem Astring; das ist die Verdickung am Ansatz. Der Astring bleibt stehen, weil seine Hormone für eine schnelle Verheilung sorgen. Er verfügt aber auch über ruhende Reserveknospen, die wir im Mai oder Juni gleich nach dem Austrieb abreißen.
Wenn der Baum nur jedes zweite Jahr Früchte trägt, muss das Fruchtholz reduziert werden. Fruchtholz sind die feinsten Verzweigungen. Durch den Rückschnitt verausgabt sich der Baum nicht und braucht deshalb kein Ruhejahr. So geschnitten, sollte der Baum regelmäßig gut ausgereifte, große Früchte tragen.