Abendjournal

Ein ganz besonderer Fußballverein

Gekickt wird grundsätzlich nur in knielangen Hosen, neben Buffern und Ball gehört das Beten unbedingt zum Spiel dazu. Und das Bierchen nach Abpfiff in der Kabine ist ersatzlos gestrichen: Der SV Muslime ist ein ganz besonderer Hamburger Fußball-Verein, denn seine Spieler richten sich nach den Gesetzen des Korans.

Alle sind willkommen - auch Atheisten

Aber man muss kein bekennender Moslem sein, um mit der Ummah, der Gemeinschaft, auf Torejagd zu gehen: Auch Andersgläubige und sogar Atheisten sind gern gesehen. Hauptsache, sie bringen den SV Muslime sportlich nach vorn. Denn Allahs Mannschaft steht in der Hamburger Kreisliga 4 am Tabellenende.

Wir haben den SV Muslime einen Spieltag lang begleitet. Ein Amateurverein, der anfangs von den Deutschen misstrauisch beäugt wurde, den die üblichen Vorurteile trafen, er sei ein Club voll bärtiger Terroristen, Bombenleger und Umstürzler der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Fakt ist aber: Schon dreimal hat der SV Muslime in seiner Spielklasse den Fairplay-Pokal des Hamburger Fußball-Verbandes gewonnen.

Ein Spieltag beim SV Muslime

Wie Allahs Kicker sich auf dem Platz und als Gastgeber präsentieren, bringt ihnen regelmäßig allerhöchstes Lob vom Gegner und dessen Fans ein. Viele sehen den SV Muslime inzwischen als leuchtendes Vorbild gegen die Auswüchse im Amateursport-Bereich. Vom gemeinsamen Gebet in einer Moschee über die Taktikbesprechung in der Kabine bis hin zum Spiel auf dem Rasen: Für das Abendjournal Spezial waren Birgit Hasselbusch und Stefan Grothoff einen Spieltag lang ganz dicht dran am SV Muslime.

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