Hamburg
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Der frühere Priester unterrichtete früher auch in Hamburg.
Im Missbrauchs-Skandal an Jesuiten-Schulen unter anderem in Hamburg und Berlin hat einer der beschuldigten Priester sexuelle Übergriffe gegen Minderjährige bestritten. In einem Schreiben, dass der Berliner "tageszeitung" nach eigenen Angaben vorliegt, behauptet Wolfgang S., er habe zu keiner Zeit und an keinem Ort mit Kindern und Jugendlichen "Sexualkontakt im Sinne von Genitalberührung, Penetration, Vergewaltigung, Exhibitionismus oder Voyeurismus" gehabt. Er sei auch "weder homosexuell noch pädophil veranlagt". S. räumt dem Bericht zufolge allerdings ein, dass er seine Schüler geschlagen habe. "Es ist richtig, dass ich in den vergangenen Jahren meiner Lehrtätigkeit Minderjährige, die mir anvertraut waren, unter Missbrauch meiner pädagogischen und kirchlichen Autoritätsstellung teilweise mit beträchtlicher Härte durch Schläge misshandelt habe."
Der ehemalige Priester soll sich zurzeit in Chile aufhalten.
Auch der Sprecher der deutschen Jesuiten, Thomas Busch, sagte der "tageszeitung", es habe bei S. nach derzeitiger Kenntnis "keine Hinweise sexueller Übergriffe" gegeben. S. arbeitete von 1975 bis 1984 als Lehrer für Deutsch, Religion und Sport in Berlin, Hamburg und St. Blasien im Schwarzwald.
1992 hatte er vor der Kirchenleitung allerdings bereits sexuelle Übergriffe auf Schüler eingeräumt. Diese hätten in einem "exzessiven körperlichen Bestrafungsritual" bestanden, nicht in Geschlechtsverkehr.
Die Missbrauchsbeauftragte des Jesuiten-Ordens, Ursula Raue, geht inzwischen von rund 30 Missbrauchsopfern allein am Berliner Jesuiten-Kolleg aus. Auch aus Hamburg, Hildesheim, Hannover und Göttingen hatten sich ehemalige Schüler von Einrichtungen der Jesuiten gemeldet, die angaben, vor allem in den 70er- und 80er-Jahren Opfer von sexuellem Missbrauch geworden zu sein. Beschuldigt wurden insgesamt drei Geistliche.
Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) forderte am Montag eine rasche Aufklärung der Vorfälle. "Es muss volle Transparenz geben, so schmerzlich dies auch sein kann", sagte ZdK-Präsident Alois Glück. Am Wochenende hatten Vertreter der katholischen Kirche in ihren Predigten die Missbrauchsopfer um Entschuldigung gebeten und Aufklärung versprochen. Sie baten aber auch darum, vom Einzelfall nicht auf einen ganzen Berufsstand zu schließen.