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Blick von einer Autobahnbrücke auf den fließenden Verkehr ©   dpa / Ronald Wittek Fotograf: Ronald Wittek
 

Hamburg

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Kampf gegen Schwarzfahrer

Busfahrer sollen künftig alle Fahrkarten kontrollieren

Bushaltestelle Hamburg-Sternschanze © dpa Fotograf: Kay Nietfeld Detailansicht des Bildes Der HVV sagt, ihm entgingen bislang jährlich rund 20 Millionen Euro Einnahmen. Der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) sagt Schwarzfahrern in Linienbussen den Kampf an. Künftig sollen alle Fahrgäste rund um die Uhr vorne beim Fahrer einsteigen und ihr Ticket vorzeigen. Bisher gilt diese Regelung erst ab 21 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen.

Der HVV will mithilfe der neuen Regelung die Einnahmen steigern. Aufgrund von Schwarzfahrern entgehen dem Verkehrsverbund nach eigenen Angaben rund 20 Millionen Euro pro Jahr an Fahrgeld. Die umfassenden Kontrollen sollen zunächst in einem Pilotprojekt getestet werden. Fraglich ist, ob das Prinzip auch zu Stoßzeiten und bei langen Bussen funktioniert. Für Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen soll es Ausnahmen geben.

"Auf einigen Buslinien gibt es erheblich mehr Schwarzfahrer als in den U- und S-Bahnen", sagte HVV-Sprecherin Gisela Becker NDR 90,3. Ende des Jahres soll die Probephase den Angaben zufolge in ausgewählten Regionen - beispielsweise in Harburg - beginnen. Besonders stark genutzte Buslinien mit sogenannten XXL-Bussen werden von dem Versuch ausgenommen.

Pro Bahn: "Schwarzfahrer nicht mitfinanzieren"

Die Pläne des HVV stießen bei Verbänden NDR 90,3 zufolge auf ein unterschiedliches Echo. Der Verkehrsclub Deutschland verwies auf gute Erfahrungen in anderen Städten. Es sei richtig, konsequent gegen Schwarzfahrer vorzugehen. In Stoßzeiten könne es zwar Wartezeiten geben, aber der Gesamtnutzen sei entscheidend. Ähnlich argumentierte auch der Fahrgastverband Pro Bahn. Es könne nicht im Sinne der zahlenden Fahrgäste sein, Schwarzfahrer mitzufinanzieren, sagte ein Sprecher.

Der Fahrgastbeirat Harburg dagegen sieht das Vorhaben kritisch. Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit seien das wichtigste im Linienbusverkehr. In der Hauptverkehrszeit würde es jedoch mehrere Minuten dauern, bis alle Passagiere eingestiegen seien. Die Busse hätten folglich ständig Verspätung.

Gute Erfahrungen in Berlin

In Berlin müssen die Fahrgäste bereits seit dem Jahr 2004 in Bussen vorne einsteigen. Die Berliner Verkehrsbetriebe machten Medienberichten zufolge gute Erfahrungen damit und erzielten im Jahr etwa 4,5 Millionen Euro Mehreinnahmen.

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HVV-Bus in Hamburg © HVV
 

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