Hamburg
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Die Kieler um Marcus Ahlm (l.) taten sich in der ersten Hälfte gegen den VfL noch sehr schwer.
Rekordmeister THW Kiel hat sich am Mittwochabend in der Handball-Bundesliga keine Blöße gegeben. Die "Zebras" gewannen 29:22 (15:14) bei Favoritenschreck VfL Gummersbach und bleiben mit 40:4 Zählern ihrem ärgsten Nordrivalen, dem HSV Hamburg (41:5), weiterhin dicht auf den Fersen. Gleichzeitig betrieben die Schleswig-Holsteiner erfolgreich Wiedergutmachung für die 28:35-Viertelfinal-Niederlage im Pokal vor einem Monat gegen den VfL. Die in Bestbesetzung aufgelaufenen Nordlichter erwischten einen Auftakt nach Maß und lagen nach zehn Minuten bereits mit 6:1 in Front. Der gewiefte VfL-Coach Sead Hasanefendic hatte mit seinen taktischen Kniffen beim jüngsten 39:31-Kantersieg über den HSV Hamburg dessen Coach Martin Schwalb beinahe zur Verzweiflung getrieben. Und nach der verschlafenen Anfangsphase der Hausherren sah es dann so aus, als sollte dies gegen den THW erneut funktionieren. Die Gastgeber stellten sich mit ihrer offensiven Deckung immer besser auf die Kieler Angriffe ein und der glänzend aufgelegte VfL-Schlussmann Goran Stojanovic parierte etliche Würfe der Norddeutschen. Die Nordrhein-Westfalen kamen Tor um Tor heran, sodass der Kieler Vorsprung bis zur Pause auf einen Treffer schmolz.
Filip Jicha (r.) bot gegen Gummersbach eine ganz starke Partie und traf 13 Mal.
Doch im zweiten Abschnitt fanden die "Zebras" immer besser in die Begegnung und bauten ihre Führung stetig aus. Beim 25:19 (52.) durch den überragenden Filip Jicha war die Partie bereits entschieden. Gegen die konzentriert verteidigende THW-Deckung fanden die Hausherren kein probates Mittel mehr. Zudem trumpfte THW-Keeper Thierry Omeyer mit zunehmender Spieldauer immer häufiger auf und erwies sich einmal mehr als starker Rückhalt seines Teams. Am Ende konnte sich der Kieler Coach Alfred Gislason über einen deutlichen Triumph an seiner alten Wirkungsstätte freuen. Bester THW-Werfer war Jicha mit 13 Treffern, Adrian Pfahl war für Gummersbach fünf Mal erfolgreich.
Pascal Hens (M.) trug drei Treffer zum HSV-Erfolg über Berlin bei.
Dagegen war die Partie gegen die Füchse Berlin für den HSV Hamburg ein hartes Stück Arbeit - am Ende gelang aber doch der erhoffte Sieg. Mit einer deutlichen Leistungssteigerung im zweiten Abschnitt sicherten sich die Hanseaten beim 34:32 (14:15)-Erfolg zwei wichtige Punkte im Kampf um die Meisterschaft. Den Auftakt des Spiels verschliefen die Norddeutschen völlig, die Gäste aus der Hauptstadt zogen auf 3:0 (4. Minute) davon. Der HSV agierte in der Deckung unkonzentriert und ließ sich bei schnellen Gegenstößen der Füchse immer wieder überrumpeln. Erst in der zehnten Minute konnten die Gastgeber zum ersten Mal ausgleichen - Bertrand Gille traf bei seinem Liga-Comeback zum 5:5. Doch überzeugend präsentierte sich der Bundesliga-Primus seinen Fans bis zur Halbzeit nicht und so ging der HSV mit einem verdienten, wenn auch knappen Rückstand in die Pause.
Mit dem Seitenwechsel stellte Trainer Schwalb auf eine offensive Deckung um. Berlin bekam nun mehr Probleme und Hamburg das Spiel deutlich besser in den Griff: Mitte des zweiten Abschnitts führte der HSV mit vier Toren (26:22/46.). Doch der Tabellen-Neunte gab sich nicht geschlagen, verteidigte wieder aggressiv und kam in die Partie zurück - Lohn war der Ausgleich zum 28:28 (53.) durch einen verwandelten Siebenmeter von Ivan Nincevic. Hamburg musste bis zur vorletzten Minute zittern, ehe der Sieg mit dem Treffer zum 34:31 endgültig perfekt war. Bester HSV-Schütze war Hans Lindberg mit zehn Toren, Torsten Laen traf acht Mal für die Füchse. "Nach der Niederlage gegen Gummersbach waren wir verunsichert. Aber über den Kampf sind wir ins Spiel gekommen und haben verdient gewonnen", sagte Torsten Jansen.
VfL Gummersbach - THW Kiel 22:29 (14:15)
Tore für Gummersbach: Pfahl 5/1, Vukovic 4, Zrnic 4/3, Schindler 3, Gunnarsson 2, Szilagy 2, Krantz 1, Lützelberger 1
Kiel: Jicha 13/4, Ahlm 6, Klein 3, Sprenger 3, Andersson 1, Lundström 1/1, Narcisse 1, Palmarsson 1
Zuschauer: 9.053
Strafminuten: 12 / 10
HSV Hamburg - Füchse Berlin 34:32 (14:15)
Tore für Hamburg: Lindberg 10/6, Krzysztof Lijewski 9, Lackovic 5, Hens 3, Duvnjak 2, Jansen 2, Bertrand Gille 1, Guillaume Gille 1, Vori 1
Berlin: Laen 8, Kubisztal 6, Nincevic 6/4, Richwien 6, Bult 3/1, Strand 2, Karason 1
Zuschauer: 9.135
Strafminuten: 8 / 10