Stand: 16.02.2017 14:02 Uhr

Stimmen gegen das Vergessen

Um Punkt 12 Uhr hat NDR 90,3 am Donnerstag sein Programm unterbrochen, um am 55. Jahrestag der großen Sturmflut an die Hamburger Opfer zu erinnern. Und das in einer besonderen Form: Mehr als 20 Minuten waren die Namen der 315 Toten zu hören, die im Stadtgebiet durch die tosenden Wassermassen ihr Leben lassen mussten. Zeitgleich wurde das akustische Erinnerungsdokument in der Hauptkirche St. Michaelis übertragen. "Es ist ein wichtiges Ereignis, an das erinnert wird und 'akustisches Denkmal' ist ein wunderbares Wort dafür, sagte Hauptpastor Alexander Röder. Zahlreiche Menschen wohnten der Andacht bei. "Die Flut von 1962 ist einer der schlimmsten Katastrophen in der Geschichte unserer Stadt. Der NDR widmet diesem Thema die gebührende Aufmerksamkeit", so Sabine Rossbach, Direktorin des Landesfunkhauses Hamburg.

Mittagsandacht im Michel: Gegen das Vergessen

Bewegende Momente

Für die Aufnahme waren bereits am 6. Februar 315 Hörerinnen und Hörer eingeladen, die Namen der Hamburger Flutopfer einzusprechen. Die meisten von ihnen verbinden mit der Flutnacht ganz persönliche Erlebnisse und Schicksalsschläge. Bereits im Laufe der Aufnahmen haben sich in den Räumen und Aufnahmestudios von NDR 90,3 bewegende Momente abgespielt.

Gedenken an die Opfer - auch im Michel

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Hendrik Lünenborg, Programmchef von NDR 90,3 und Hauptpastor Alexander Röder nach der Andacht im Hamburger Michel.

Noch bewegender war allerdings der Moment, als die Collage aus dieser Aufzeichnung am Jahrestag selbst gesendet wurde. "Es war sehr ergreifend, die ganzen Namen zu hören und zu merken, dass so viele Kinder umgekommen sind. Das ging ganz tief ins Herz", sagte etwa Helga Abroomowski aus Hamburg-Rissen. Bernd Krüger schrieb in einem Kommentar auf der Facebookseite von NDR 90,3 und dem Hamburg Journal: "Gerade gehört und den Tränen nahe." Claus-Peter Rathjen empfand die Aktion als "sehr würdevoll und eindrucksvoll". Die Reaktionen vieler anderer Hörerinnen und Hörer spiegelten diese Empfindungen wider. Auch die Besucher der Mittagsandacht zu Ehren der Opfer waren sichtlich ergriffen, als das auditive Erinnerungsdokument der Hamburgerinnen und Hamburger im Michel ertönte.

Besucher bei NDR 90,3 zum Einsprechen der Namen von Sturmflutopfern.  Fotograf: Marco Peter

Sturmflut 1962: Kein Name ist vergessen

NDR 90,3 -

315 Menschen haben für NDR 90,3 die Namen der Hamburger Sturmflutopfer eingelesen. Am 16. Februar um 12 Uhr wurden sie im Radio gesendet und gleichzeitig in der Mittagsandacht der Hauptkirche St. Michaelis verlesen.

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Die Flutnacht nicht vergessen

Für Hendrik Lünenborg, Programmchef von NDR 90,3, hat diese Aktion zu Ehren der Opfer ebenfalls eine große Bedeutung: "Hamburg hat sie nicht vergessen! Wir gedenken heute mit unserem Denkmal nicht nur der damals verstorbenen Hamburgerinnen und Hamburgern sowie ihren Familien und Freunden, sondern erinnern auch an den starken Zusammenhalt der Menschen in den Tagen nach der Flut.“

Das Hamburg Journal berichtet heute um 18.00 Uhr und um 19.30 Uhr im NDR Fernsehen über die Andacht, sowie die Hintergründe.

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | 16.02.2017 | 12:00 Uhr

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15 Bilder

So entsteht das akustische Denkmal

Der Aufnahmetag in Bildern: In den Studios von NDR 90,3 herrscht besonders viel Betrieb. Über 300 Hamburgerinnen und Hamburger besuchen das Landesfunkhaus Hamburg. Bildergalerie

8 Bilder

Begegnungen zwischen den Aufnahmen

Für die Aufnahmen zur Aktion "Ihre Stimme für die Sturmflutopfer" kamen mehr als 300 Menschen ins Landesfunkhaus - und einige Menschen fanden hier nach langer Zeit wieder zueinander. Bildergalerie

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